05.07.2016
 
RA Jürgen Reh: Falsche Zahlen beim Artenschutz!
 
Augenscheinlich mit falschen Zahlen ist in den vergangenen Monaten die dringliche Erforderlichkeit für die beabsichtigten Verschärfungen im Landesnaturschutzgesetz begründet worden, die zukünftig Landnutzer und Grundeigentümer treffen sollen. Unermüdlich hat insbesondere Umweltminister Remmel in den vergangenen Monaten für das Landesnaturschutzgesetz geworben in Anbetracht der ansonsten unausweichlich drohenden Löschung der biologischen Festplatte. Eine kleine Anfrage des CDU- Abgeordneten Rainer Deppe im Landtag NRW hat nunmehr zu einer bezeichnend kleinlauten Antwort der Landesregierung geführt. Denn es entspricht schlicht nicht der Realität, dass in NRW 45 % der Arten als vom Aussterben bedroht einzustufen sind. Nach Auskunft des emeritierten Prof. für Geobotanik und Naturschutz Dr. Wolfgang Schumacher, der zusammen mit anderen Experten und dem Landesamt für Naturschutz die Rote Liste der gefährdeten für NRW erstellt, ist vielmehr von derzeit etwa 15 % Tierarten auszugehen. Es stimme schlichtweg nicht, dass sich die Anzahl der insoweit gefährdeten Tierarten in den letzten 30 Jahren gut verdreifacht habe. Betont werden muss auch, dass mehrere hundert wildlebende Arten sich in den letzten Jahrzehnten wieder so positiv verbreitet haben, dass diese in NRW aus der Roten Liste wieder gestrichen werden konnten.
 
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